[Bericht] FBM und BuCon 2022

Was war, was bleibt, was ging

Berichte über die Frankfurter Buchmesse (FBM) und den BuchmesseCon (BuCon) haben auf diesem Blog eine gewissen Tradition. In den letzten beiden Jahren fielen sie jedoch kurz aus: 2021 fand der BuCon „nur“ digital statt, die FBM in abgespeckter Version. 2020 hatten beide ein digitales Alternativprogramm zu bieten, außerdem fand ich damals viel Lob für die generelle Anpassungsfähigkeit der Buch- und Phantastikszene hin zu Online-Angeboten. War ich 2019 noch ernüchtert v. a. über das festgefahrene BuCon-Programm, witterte ich 2020 frischen Wind. Es war diese wilde Zeit, als viele dachten, die Pandemie könnte doch auch einiges Gutes mit sich bringen.

Und jetzt? Was ist geblieben von dem frischen Wind der digitalen Jahre, nun, da FBM und BuCon den „Neustart“ in Präsenz gewagt haben? Und wie war es ansonsten so?

FBM-Mäandrieren, Edition 2022

Fangen wir auf persönlicher Ebene mit der Buchmesse an. Traditionell verteidige ich die gegen ihre Kritiker, weil ich hier sehr gerne Zeit verbringe. Es ist mir eine Freude, durch die Gänge zu wandern, die Stände zu bewundern, mich ungeplant ins Publikum von Interviews und Diskussionen zu setzen, durch Bücher zu blättern. Mein Highlight sind dabei stets die internationalen Hallen (4 und 6), die für gewöhnlich recht leer und schön gestaltet sind. Auch in diesem Jahr habe ich hier die meiste Zeit verbracht. Ansprechend fand ich z. B. den Stand des französischen Verlags La Martinière, der ein paar wunderschöne Bilderbücher zu Phantastik und Mythologie im Angebot hat. Sehr interessant auch der Stand der Philippinen, wo man mehrere Broschüren mitnehmen konnte, in denen u. a. über die aktuelle Phantastik-Literatur des Landes informiert wird. Im letzten Jahr bin ich auf ähnlichem Wege auf das Infomaterial zur polnischen Fantasy und Science Fiction aufmerksam geworden. Online stößt man natürlich auf allerlei Essays und Berichte, aber man muss aktiver danach suchen. Dieses Mäandrieren und Entdecken hatte ich in der Corona-Hochphase wirklich vermisst und es ist schön, dass es inzwischen wieder möglich ist.

Zwei geöffnete Broschüren, in denen Werbung gemacht wird für die Bücher Fate of a distant future", "The Best of Philippine Speculative Fiction 2005-2010" und "Unang Engkantada / The First Engkantada"
Gemessen an den Broschüren nimmt speculative fiction auf den Philippinen einen hohen Stellenwert ein.

Da ich nur am Messefreitag anwesend war und auch die Futterstände im Innenhof sorgsam getestet sein wollten (Flammkuchen for the win!), habe ich ansonsten gar nicht so viel mitbekommen. Selbstverständlich habe ich dem Pavillon des diesjährigen Gastlandes Spanien einen Besuch abgestattet und einige Minuten der Kontemplation in der dortigen Installation verbracht. Im Pavillon wurde eine Technologie vorgestellt, mit der Zeichnungen in Sekunden haptisch quasi in Braille verwandelt werden können, was z. B. die Barrierefreiheit von Bilderbüchern unterstützen dürfte.* Ansonsten ging es noch kurz zu ein paar üblichen Verdächtigen wie Katapult, Knaur, Fischer, Klett-Cotta oder der Verlagsgruppe Bedey & Thoms, wo ich meine „Die Türme von Eden“ im Regal fand.

Foto aus dem spanischen Pavillon auf der FBM mit anprojizierten Wörtern und einem künstlicen roten Baum davor
Ich habe dieses Jahr kaum Fotos auf FBM und BuCon gemacht. Hier aber eins aus dem spanischen Pavillon.

Bekannte habe ich an den Ständen keine getroffen. Außer bei PAN, wo ich mittags zwei Stunden lang Standdienst hatte und u. a. meiner ehemaligen Gegenlichtlesen-Mitorganisatoin Christina Löw oder Bernhard Stäber und – leider viel zu kurz – Kira Licht begegnet bin. Vornehmlich war ich aber hier, um Interessierten Infos über PAN und die Mitgliedschaft zu geben, was unter Corona-Bedingungen etwas schwierig war. Wegen der lauten Umgebung musste man eng zusammenrücken, um was zu verstehen und nicht alle haben Masken getragen. Es ist von Vorteil, dass auf der Messe Leute auf PAN aufmerksam werden, denen der Verein bisher nichts gesagt hat. Aber solche Beratungssituationen funktionieren für mich derzeit definitiv online bzw. per Telefon besser. (Dazu aber später mehr.)

Insgesamt fand ich die Messe unter Corona-Gesichtspunkten für meine (vornehmlich privaten) Belange dennoch in Ordnung. Die Gänge waren breiter und gefühlt viele Veranstaltungen z. B. ins Congress-Zentrum ausgelagert. Letzteres ist einerseits ein bisschen schade, aber es hat die Massen in den Gängen sichtlich entzerrt. Am Wochenende wurde es wohl noch deutlich voller und Halle 3 oder das Forum sind traditionell ohnehin sehr dicht; außerhalb dessen fühlte ich mich mit Maske jedoch recht sicher. Von Vorträgen usw. habe ich mich dennoch lieber ferngehalten, obwohl ich z. B. sehr gerne das PAN-Panel zu spanischer und südamerikanischer Fantasy besucht hätte. Andererseits hätte mir ohnehin die Zeit dafür gefehlt. Ich gebe die Hoffnung nur ein bisschen auf, dass sich 2023 die Lage etwas gebessert hat, dann plane ich auch wieder mehrere Tage für die Messe ein …

… und lasse dafür vielleicht den BuCon sein.

2019er-Déjà-Vu auf dem BuCon

Nein, letztlich vermutlich doch nicht. Der BuCon dürfte das zentrale Treffen der phantastischen Kleinverlagsszene im DACH-Raum sein. Im Bürgerhaus von Dreieich-Sprendlingen, mit S-Bahn und Bus in einigermaßen erreichbarer Entfernung zur großen Messe, finden sich die Phantastik-Interessierten traditionell am Buchmesse-Samstag ein, um Dutzenden Lesungen zu lauschen oder durch die Halle zu flanieren, wo Verlage und Selfpublisher ihre Werke ausstellen.

Das ist natürlich nicht mit dem Flanieren auf der Frankfurter Buchmesse zu vergleichen. In einer halben Stunde hat man auf dem BuCon alles gesehen, wenn man nicht SEHR genau die Bücher anschaut. Aber wenngleich hier munter Bücher gekauft werden und es für viele Kleinverlage einer der umsatzstärksten Tage sein dürfte, gilt es vor allem als „Familientreffen“, auf dem man all die Leute sieht, mit denen man sich sonst nur bei Twitter oder in Foren zankt. Hier setzt man sich dann zusammen, trinkt was** und plaudert.

In meinem oben schon erwähnen Bericht zum BuCon 2019 hatte ich beschrieben, wie ich mich dort auf einmal fremd und ziellos fühlte, ohne das Homecoming-Gefühl vorangegangener Jahre. 2022 hatte ich in dieser Hinsicht ein Déjà-Vu. Der BuCon funktioniert vor allem dann gut, wenn man dort eine feste Clique hat, mit der man an den Tischen herumlungert und zu der man nach den Lesungen und Buchbesichtigungen zurückkehren kann. Die hab ich aber glaub ich nicht, also stellte ich mich mal hier, mal dort dazu und frage mich, ob ich den Leuten nicht eigentlich auf die Nerven ging. Dieses Jahr war das „Fremdeln“ dabei noch stärker als sonst; zum einen, weil viele Leute, mit denen ich hier sonst zu tun hatte, wegen Corona noch nicht kamen. Zum anderen, weil ich mich wegen Corona selbst damit schwer getan habe, lange im Innenraum zu bleiben und daher ständig wieder rastlos herumgeeiert bin. Zum Glück war schönes Wetter und ich saß immer mal wieder mit Peter von Skalpell & Katzenklaue im angrenzenden Park. Das war nett und will ich auch nicht missen – ebenso wenig wie viele andere der Gespräche und Begegnungen, auch wenn sie teils leider sehr kurz ausgefallen sind. Ich habe endlich mal wieder an einem Tisch mit Erik Hauser gesessen, der kürzlich einen Werwolf-Roman bei Fabylon veröffentlicht hat und mit dem ich die letzten drei Jahre leider nur sehr sporadisch per Mail in Kontakt stand. Michael Schmidt schaute auch kurz vorbei. Ebenso habe ich einige meiner Verleger*innen getroffen, z. B. Ingrid von ohneohren, Grit von Art Skript Phantastik und Jürgen von Amrûn.*** Ich habe mich mit Laura Dümpelfeld und Kathrin Dodenhoeft über Badesalz unterhalten, mit Michael Marrak, Fantasyguide-Ralf und Peter (etwas traditioneller) über Phantastik-Magazine. Ich habe festgestellt, dass Tala Jacob und eine meiner Stammtisch-Kumpaninnen aus Kölner Zeiten ein und dieselbe Person sind! Ich habe endlich mal Iva Moor, Judith von Literatopia, Aiki Mira und Rezensionsnerdista Yvonne Tunnat im RL getroffen! Und mit Klaudia Seibel, Heike Knopp-Sullivan, molosovsky, James Sullivan, Judith Vogt, Christian Vogt, Jaqueline Mayerhofer, Gregor Jungheim und vielen mehr geplaudert. Insofern versteht das jetzt bitte nicht so, als hätte ich den Besuch auf dem BuCon bereut. Es IST ein Familientreffen, oder ein Maximal-Stammtisch, und darüber hinaus eines der wenigen Events, zu denen mehrere, sonst einander nicht unbedingt in Friede und Eierkuchen zugewandte Szeneecken zusammenkommen.****

Dennoch fühlt sich die Szene für mich dort auch festgefahren an. Dass mir das „Heimelige“ von früher fehlt, ist letztlich mein eigenes Problem und hängt vielleicht auch mit den typischen Ü30-Szeneentfremdungserscheinungen zusammen (dazu ein andermal mehr). Aber darüber hinaus fehlen mir das Erkenntnisreiche, der Blick über den Tellerrand, die Aha-Momente. Die Panels sind zum Großteil Marketingveranstaltungen, teils dabei durchaus unterhaltsam, aber eben dazu gemacht, Bücher zu verkaufen – nicht, Wissen weiterzugeben oder sich auszutauschen. In der digitalen Phase der letzten Jahre wurde stärker auf Diskussionen und Vorträge gesetzt, teilweise sogar auf interaktive, Speeddating-artige Austauschformate. Ein Hauch von Barcamp war spürbar. Auf dem BuCon gab es nun immerhin eine Podiumsdiskussion plus offenbar einen Vortrag von Madeleine Puljic. Aber, ich wiederhole mich, da geht noch mehr!

Der Fairness halber muss ich einräumen: Der BuCon lebt von den Einreichungen der Leute. Und wenn nun mal vornehmlich Lesungen eingereicht werden, gibt es vornehmlich Lesungen. Ich hätte ja selbst einen Vortrag oder einen Diskussionsaufhänger einreichen können, muss aber zugeben, hier nach der langen Zeit rein digitaler Vorträge unsicher gewesen zu sein, wie gut das offline noch funktioniert. Vor allem nachdem es in den letzten Monaten und Jahren online oft sehr harsch zuging. Vielleicht gab es bei anderen ähnliche Bedenken, zumal die Corona-Lage immer noch eine gewisse Planungsunsicherheit mit sich bringt. Sicher haben ebenso die Veranstaltenden des BuCon dieses Jahr eher vorsichtig geplant, da lange unklar war, ob nicht im letzten Moment doch wieder alles ins Digitale verlegt werden muss. Ich hoffe, dass mit der Zeit diese wie nun auch immer gearteten Unsicherheiten wieder abgebaut werden und das Programm abwechslungsreicher wird.

Im lesenswerten BuCon-Bericht von Literatopia-Judith kam zudem der Vorschlag auf, wieder Veranstaltungsformate anzubieten, bei denen alle zusammenkommen und nicht in ihren Bubbles bleiben. Ich weiß, dass es in den letzten Jahren manchmal nervig war, wenn in der Halle nebenher Ehrenpreise verliehen wurden. Und abends ist es oft schon sehr leer, weil alle mit Aufräumen beschäftigt sind oder zu den raren Restaurans strömen. Dennoch fände ich es ebenfalls schön, wenn hier eine Lösung gefunden würde, vielleicht unter Einbeziehung der „vorderen“ Halle im Foyer. Gerade für die Preisverleihungen ist es halt auch schade, wenn sie hinter halb verschlossenen Türen stattfinden. Mit dem Goldenen Stephan können viele als Begriff noch nichts anfangen, und dass Klaus Bollhöfener und Grit Richter die Ehrenpreise erhalten haben, habe ich erst hinterher über Twitter erfahren. Beidem könnte man mit einem offeneren Konzept zu mehr Sichtbarkeit verhelfen.

Und wie steht es ums Digitale?

Aus Teilnehmersicht ist das alles immer einfacher gesagt als aus Veranstaltersicht. Da ich letztere Seite inzwischen ebenfalls kenne, wenn auch in einem ganz anderen Kontext, möchte ich abschließend noch ein paar Worte zur Frage verlieren, warum nun so viel wieder in Präsenz und nicht digital oder hybrid stattfindet. Zunächst einmal: Obwohl ich mich über das Offline-Zusammentreffen mit vielen alten und neuen Bekannten gefreut und das Spazieren auf der FBM sehr genossen habe, sind mir Online-Formate unterm Strich derzeit lieber. Die sind nicht barrierefrei, aber meist doch barriereärmer.***** Ich habe eine Stoffwechselstörung und eine Immunschwäche; beides nur leicht ausgeprägt, aber vor wichtigen Terminen oder Reisen wie zur FBM und Co. verlangen sie doch noch mal eine gesonderte Planung, damit möglichst alles klappt und ich wirklich anreisen kann. Außerdem versuche ich nach wie vor, wo immer möglich Masken zu tragen, was sich in manchen Kontexten als schwierig erweist. Beim PAN-Panel zum Thema „Erstkontakt“ z. B., bei dem ich eine kurze Sequenz aus „Sommerlande“ vorgelesen habe, kam ich mir seltsam vor, nach meinem Lesepart wieder die Maske anzuziehen. Im gut besetzten Raum eine Stunde lang keine zu tragen, fühlte sich aber auch nicht richtig an. Ich will nicht daheim vereinsamen und gehe gern vor die Tür, aber die Unsicherheiten sind aktuell durchaus wieder groß. Und es geht ja nun nicht nur mir so; von anderen, auch nicht-gesundheitlichen Barrieren, z. B. Betreuungssituationen oder schlicht Wohnort-Entfernungen, die eine Reise erschweren, mal ganz zu schweigen.

Mehrere weiblich gelesene Personen sitzen an einem Tisch. Eine (=ich) liest aus einem Buch, das sie in der Hand hält.
Hier lese ich aus „Die Sommerlande“. Rechts neben mir sitzt Christina Löw, die das Panel moderiert hat, links warten Alexa Pukall und Diandra Linnemann auf ihre Auftritte. (Foto: PAN)

Andererseits habe ich Verständnis, dass es schwierig ist, nun, da so vieles wieder offline stattfindet, digitale Sonderwege zu gehen – zumindest da, wo die Menschen es nicht gewöhnt sind. 2020 gab es eine gewisse Goldgräberstimmung, viele probierten sich aus, es wurden tolle Messen und Festivals mit YouTube, Discord, Gather Town, Zoom oder Wonder Me auf die Beine gestellt. Nach wie vor in guter Erinnerung habe ich in technischer Hinsicht z. B. die Buchmesse Saar, das Literaturcamp Heidelberg oder den FeenCon 2020. Aber an vielen Ecken verlor sich die Begeisterung schnell wieder, und vor allem die Vernetzungsmöglichkeiten wurden nicht oder nur wenig genutzt. Am Ende gaben sich viele mit reinen Frontalformaten zufrieden, vermutlich auch, weil Gather Town und Co. Bereitschaft zur Einarbeitung erfordern. Selbst Zoom-Veranstaltungen blieben in der Regel weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Gerade für Neulinge dürfte es zuletzt schwierig gewesen sein, außerhalb von Social Media virtuell in die Szene(n) zu finden. Einige digitale Veranstaltungen sind aber erhalten geblieben: Uns bietet sich eine Auswahl aus unzähligen Podcasts, Video-Diskussionsrunden und Co. Verlage wie z. B. Diogenes bieten noch immer digitale Infoveranstaltungen an, um Blogger*innen ihre Neuerscheinungen vorzustellen. Und die Phantastikszene hat mit Thorsten Kuepers Virtuellem Literaturcon schon länger einen Con, der rein digital über Second Life stattfindet. Wie es bei letzterem um die Vernetzungsmöglichkeiten steht, weiß ich nicht, bei Podcasts und Co. bleiben die aber naturgemäß auf der Strecke.

Der inklusivste Königsweg sind hybride Veranstaltungen. Da gibt es gelungene Beispiele – etwa Let’s talk Campus, ein Festival des Hochschulforums für Digitalisierung (HfD), das ebenfalls erst vor zwei Wochen stattfand. Hier bekamen die Veranstalter sowohl Vor-Ort- als auch Online-Vorträge ordentlich gestreamt, und boten nebenher auch noch mehrere Chats und Austauschformate an. Nun kann das HfD aus dem Vollen schöpfen und muss gewissermaßen durch seinen Vorbildcharakter liefern. Dass es mit geringeren Mitteln ebenfalls klappen kann, hat z. B. ohneohren mit seinem digitalen Alternativprogramm (Discord + Gather Town) zur Buch Berlin bewiesen. Was aber wiederum aus meiner Sicht hätte besser besucht sein können. Das Problem ist, dass die Leute nicht mehr von morgens bis abends daheim sitzen. In der Theorie können sie sich gerade deshalb online schneller mal zwischendurch einwählen. In der Praxis machen sie es aber nicht oder eben nur kurz, wenn sie eine einzelne Lesung interessiert. Gerade das Networking fällt erneut hinten über.

Insofern ist es kein Wunder, dass sich viele zweimal überlegen, ob sie sich den Aufwand machen. Zumal es nicht damit getan ist, z. B. am Messestand einfach ein Handy hinzustellen und damit zu streamen. Damit das qualitativ einigermaßen Sinn ergibt, braucht es wenigstens gerichtete Mikrofone und stabiles WLAN. Und dann ist da die rechtliche Seite, sowohl in Bezug auf Datenschutz als auch Urheberrechte. Das alles muss bedacht werden, und dafür braucht es die technische und organisatorische Manpower, die leider an vielen Stellen fehlt. In den meisten Organisationsteams findet sich eine Person, die hybride oder digitale Varianten vorschlägt, da bin ich mir sicher. Aber in der Regel wird sie überstimmt. Während der Hoch-Zeit der Pandemie wurden Leute eingestellt, um sich um die digitale Veranstaltungsplanung zu kümmern, ich z. B. Aber nun laufen unsere Verträge aus, werden bestenfalls um ein paar Monate verlängert. Zweifellos gibt es aktive Szenen, in denen die Potenziale weiter genutzt werden. Aber das Gros kennt diese nicht, vergisst sie, hat keinen Bock auf sie. Das ist in Teilen verständlich. Aber auch sehr, sehr schade.

Also. Genießt es, euch wieder offline zu vernetzen. Aber verliert auch nicht aus dem Blick, was in den digitalen Weiten möglich ist. Oder möglich wäre.


*“Im Pavillon wurde auch eine Technologie vorgestellt, mit der Zeichnungen in Sekunden haptisch quasi in Braille verwandelt werden können, was z. B. die Barrierefreiheit von Bilderbüchern unterstützen dürfte.“ Allerdings sind für das vorgestellte Gerät (eine Art Bandprägegerät) spezielle Stifte nötig, insofern weiß ich nicht, wie praxistauglich das tatsächlich ist. Hätte gerne mehr darüber erfahren, aber der Stand war sehr beliebt bei Leuten, die’s mal ausprobieren wollten. Ich habe es auch ausprobiert mit einer formschönen Zeichnung von einem Apfel, der für einen Pfirsisch gehalten wurde.
**[Es folgt ein Absatz von Cola-Sommelière Alessandra.] Ich bin unangemessen glücklich darüber, dass es dieses Jahr Coca Cola statt der Sinalco-Variante gab. Ja ja, ich bin eine üble Kapitalistin, aber die Sinalco-Variante ist einfach zu zitronig, genauso wie Afri Cola! Fritz Cola ist in Ordnung, aber jamei, deren Koffeingehalt haut einen aus den Socken. Hab sie seinerzeit das erste Mal auf dem Galaktischen Forum getrunken und bin innerhalb kurzer Zeit von „todmüde“ zu „überdreht“ gewechselt. (Das Galaktische Forum fand dieses Jahr übrigens verständlicherweise nicht statt. Glaube ich zumindest. Vielleicht war ich auch nur nicht eingeladen.)
***Bei Jürgen habe ich auch meine Belegexemplare der Queer*Welten 9 abgeholt, worin ich mit einem Essay vertreten bin. Aber dazu noch an anderer Stelle mehr.
****Gleichwohl gibt es ebenso Szeneecken, die vom BuCon vermutlich noch nie gehört haben und sich samstags vermutlich eher irgendwo bei Drachenmond und Co. auf der Messe herumgetrieben haben.
*****Die meisten Tools bieten inzwischen Möglichkeiten an, z. B. über Untertitel oder Transkripte für Personen mit Hörbeeinträchtigungen zugänglicher zu sein. Bloß, diese Möglichkeiten müssen genutzt werden. (Und der dAtenSchUtz!)

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