Jahresrück- und Vorblick 2019/2020

So langsam nähern wir uns dem Ende des Jahres und es ist mal wieder an der Zeit für den traditionellen Rückblick aufs Bloggen und das sonstige Schreiben. Normalerweise integriere ich darin ja auch meinen Leserückblick in Form der Top 7 des vergangenen Jahres, um es mit den Rückblick-Posts nicht vollends zu übertreiben. Eigentlich war das auch dieses Jahr wieder der Plan und die Top 7 ist bereits geschrieben, aaaber dieser Beitrag wurde lang. Ziemlich lang. Deshalb habe ich den Teil zu den Fremdbüchern für später abgeschnitten und betreibe erst einmal nur den narzisstischen Rückblick nebst Prophezeiungen für 2020.

Mauerrennen

Vorneweg: Es war bisher ein gutes Jahr für mich. Ich habe immer etwas Angst, das auszusprechen, wenn noch nicht aller Tage Abend ist, aber nun, bisher kann ich echt nicht klagen. Es gab keine großen Dramen oder besorgniserregenden Calciumwerte, was ich sehr nett finde (und mich irgendwie misstrauisch macht; 2020, mach keinen Scheiß!).

Außerdem (oder vielleicht deshalb?) war ich ungewohnt … äh … aktiv, bin viel durch Deutschland (und ein wenig durch die Niederlande) gegondelt, habe versucht, so viele Messen, Conventions und Barcamps wie möglich mitzunehmen. Stellenweise hatte ich zwar das Gefühl, mit Anlauf gegen eine Mauer zu laufen, denn wenn gerade kein Event anstand, wartete noch irgendein Lektorat, ein Artikel oder sonst etwas, und daneben hielt ich es ja auch noch für eine gute Idee, wieder Vollzeit zu arbeiten.[1] Aber nun, die Mauer kam glücklicherweise nicht. Stattdessen bin ich Mitte November in ein Loch geplumpst und hier sitz ich jetzt bisschen ratlos rum. Aber ab und zu lockt mich jemand mit Kaffee, Tee, Glühwein oder Kartenspielen hervor, also passt es noch.

Ich mit Batmanschatten
Kein Grund zur Beschwerde, ich war Bat…woman

Trotzdem will ich 2020 etwas ruhiger angehen lassen, um etwaige Mauern rechtzeitig sehen und umrunden zu können. Ich glaube, das hatte ich mir für 2019 auch schon vorgenommen, aber dieses Jahr meine ich es noch ernster. In der Hoffnung auf neue Impulse habe ich mir fest die re:publica vorgenommen (und da ich das Ticket bereits habe, wäre es jetzt teuer, es sich noch anders zu überlegen). Vage eingeplant sind außerdem die CCXP, der BuCon und die Buchmesse Saar, aber alle eher als Besucherin.

Bloggen: Heldinnen und Vampirvorlieben

Dem Blog hat der Aktionismus offenbar gut getan. Nachdem ich im letzten Jahr einen Rückgang der Besucher- und Klickzahlen beklagt hatte, ging es 2019 wieder aufwärts und ich habe 2017 und 2018 getoppt. Yay! 2016 bleibt (bisher) zwar Spitzenreiter, aber da hab ich auch noch mehr Verlosungen und Kram angeboten.

Beliebtester Beitrag war dieses Jahr allerdings der Top-7-Beitrag zu den Heldinnen-Duos, der bereits 2017 erschienen ist. Passte offenbar zum Zeitgeist, in den letzten Jahren lief der nicht so gut. Die erfolgreichsten drei Beiträge aus 2019 waren die Liste zu in Deutschland spielender SFF, der Bericht zu FBM und BuCon sowie die Random 7 zu unterschätzten Romanen.

Die häufigsten Suchbegriffe, die zu meinem Blog geführt haben, waren „weibliche Duos“ und „fantasy rassismus“, gefolgt von viel Kleinkram. Kuriositäten blieben, soweit bekannt, aus, auch wenn ich mich u. a. an „warum schreiben frauen gerne vampirromane“ erfreue. Ich wüsste gerne, ob der oder die Suchende auf meinem Blog eine Antwort finden konnte oder bloß an der Vagina Dentata hängengeblieben ist.

Geschichten: Sommerlande und Heuballen

In Sachen Prosa lief weniger.[2] Natürlich, „Die Sommerlande“ sind erschienen, und die Überarbeitung von ihnen sowie vom Bretagne-Roman hat dafür gesorgt, dass ich das Jahr über das fiktive Schreiben nicht verlernt habe. Aber ansonsten? Im Urlaub am Strand habe ich eine gar düstere Kurzgeschichte für die „Keller“-Ausschreibung des Verlags ohneohren geschrieben.[3] Ansonsten war da noch ein fiktives Interview für die Anthologie zum FeenCon-Jubiläum. Und das war’s. Ok, irgendwann zwischendurch habe ich an einem Urban-Fantasy-Roman gearbeitet,[4] aber die Recherche eines für die Handlung nicht unwesentlichen Faktors hat letztlich zu viel Zeit geraubt.

Zeichnung des Gesichts eines Mannes mit Hörnern
Eine der Illustrationen, die Fräulein Kirsten für „Die Sommerlande“ angefertigt hat. Die Zusammenarbeit mit ihr war definitiv eines meiner Jahreshighlights!

Artikel: So viele Genres

Zeit ist halt echt so ein Ding. Sie war begrenzt dieses Jahr und ich habe sie lieber für die TOR-Artikel genutzt, die nicht nur besser bezahlt sind als die Romane, sondern offenbar auch mehr Leute interessieren. Und die mir in den meisten Fällen tatsächlich ziemlich viel Spaß machen. Lustigerweise war die Genre-Reihe gar nicht meine Idee und ich war anfangs nicht soo begeistert, sie quasi als Test für die Zusammenarbeit zugesprochen zu bekommen. Aber ich habe während der Recherche echt viel über Phantastik dazu gelernt, sehe vor allem die Fantasy noch mal mit neuen Augen und habe endlos Klassiker auf meine imaginäre Leseliste gesetzt. Inzwischen gefällt mir das ganze Genretopic gut und wenn man mich nicht bremsen würde, würde ich vermutlich auch noch einen eigenen Artikel über die Kitchen Sink Dystopia schreiben.[5]

Trotzdem hoffe ich, 2020 auch mal wieder ein bisschen zur Prosa zu kommen; auch das ein Grund, weshalb ich Con- und Barcamp-Besuche etwas einschränke. Social Life ist ja nett, aber man muss auch mal im stillen Kämmerchen vor sich hin brüten!

Geschichten: 2020 in Zukunft und Vergangenheit

So oder so wird, sofern nicht noch etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt, in der zweiten Jahreshälfte 2020 ein Space-Fantasy-Roman von mir erscheinen. Ich freue mich sehr darauf. Zum einen, weil es mein erster wirklich eigenständiger Roman seit „Spielende Götter“ ist. Zum anderen, weil er einer dieser ominösen Texte ist, an denen man wirklich hängt.

Ich neige dazu, meine eigenen Geschichten kritisch zu sehen, aber diesen hier mag ich echt gern. Ich habe ihn 2015 geschrieben und hatte zwischenzeitlich Angst, ob er nicht inzwischen längst überaltert ist. Selbst die letzte Überarbeitung ist zwei Jahre her! Aber letzte Woche habe ich mir das Manuskript noch einmal durchgelesen, und ich bin erstaunlich zufrieden. Womit meine Erwartungshaltung und Nervosität aber auch deutlich höher sind als bei den letzten Veröffentlichungen, an denen mein Herz weniger hing. Was, wenn die Leser*innen die Figuren nicht genauso mögen wie ich? Was, wenn sie die Handlung doof finden oder es eh niemand liest?

Erscheinen wird das Buch bei einem neuen Verlagsimprint, das wohl irgendwann im Laufe des Jahres vorgestellt wird. Auch hier bin ich selbst gespannt, was genau mich erwartet ;-) Und das Ganze spielt im selben Universum wie „Neophyt auf Eden“, so viel darf ich glaub ich verraten.

Tja. So ist das also mit dem Rück- und Vorblick. Nun bringe ich mal den Glasmüll weg. Freue mich, euch auch darüber informiert zu haben, und wünsche allen, die es feiern, schöne Weihnachten.


[1] Na ja, stimmt nicht ganz. Für eine gute Idee hielt ich das nie, aber für eine bessere als weiter mit 50% hinzudümpeln.

[2] Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das eigentlich der richtige Begriff ist? Weiß nie so recht, wie ich Kurzgeschichten und Romane galant sprachlich vom sonstigen Schreiben trennen soll.

[3] Die übrigens auf einem Albtraum beruht. Überhaupt haben die meisten meiner Geschichte irgendeinen Traum zur Inspiration genutzt. Schlaf, so praktisch!

[4] Mit WG und allem, wie sollte es anders sein.

[5] Übrigens habe ich erst vor kurzem gelernt, was überhaupt eine Kitchen Sink ist. Dachte erst, es ginge nur um normale Spülen.

Allgemein Me, myself and I Schriftstellerei

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