NetzpolitikCamp 2018

Barcamps bedeuten professionelle Unprofessionalität, geplante Spontanität und chaotische Ordnung. Zumindest war das mein Eindruck, nachdem ich diverse Berichte zu ihnen gehört und gelesen hatte, und danach war ich an ihnen gleichermaßen interessiert wie abgeneigt.

Im Januar habe ich auf Twitter zufällig vom geplanten dritten NetzpolitikCamp der Staatskanzlei NRW gelesen und mich so halbprivat angemeldet fand quasi vor der Haustür statt und war kostenlos, kannste nicht viel falsch machen. Schwerpunktthema sollte „Social Media für Erwachsene“ sein und paar Tage, bevor es losgehen sollte, hab ich gelesen, das Ding richte sich an Leute, die keine Ahnung von Facebook und Co. haben, aber mal wissen wollen, was ihre Kinder/Schüler da so treiben. Soweit ich sie im Vorfeld identifizieren konnte, schienen die Teilnehmer außerdem vor allem Lehrer, Bibliothekare oder Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen zu sein, und so langsam aber sicher bekam ich das Gefühl, fehl am Platze zu sein.

Bin dann am 3. März aber trotzdem hin* und … joa … ich bin ja eher ein Fan des gepflegten Understatements, aber war schon ziemlich gut. Ja. Hat Spaß gemacht. Und das Essen war mega. Klaaar, die Vorträge (äh, Sessions sagt man glaub ich?) waren natürlich das eigentliche Highlight, aber diese Schokocroissants … *räusper* Ja, die Sessions also, tolle Sache, bin angefixt.

NetzpolitikCamp

Beweisfoto meines Barcamp-Doppellebens

Ein Barcamp lebt letztlich ja weniger von der Grundidee als vielmehr von dem, was die Teilnehmer daraus machen, und so fand sich in den 16 Sessions a vier Panels letztlich eine gesunde Mischung für Leute, die schon wissen, was ein Hashtag ist**, aber noch keinen für ihre eigene Person haben. Der Fokus lag insgesamt auf Bildungsthemen, aber auch hier mit einer ausreichend großen Bandbreite, um … hm, Bildungsferne klingt jetzt doof … um auch Leute zu interessieren, die nicht unmittelbar mit dem Bildungssektor zu tun haben.

Ich hatte eigentlich nicht geplant, im Detail über dieses Barcamp zu berichten, und mir daher kaum Notizen gemacht. Aber ich versuche trotzdem mal, ein paar Worte über die besuchten Sessions zu verlieren:

Session 1: Das Sozialkreditsystem in China

Worum ging’s? In einigen chinesischen Städten existiert ein Pilotprojekt, bei dem mit einem Punktesystem sozial hilfreiches / störendes Verhalten belohnt / bestraft wird. Vergleichbare Vorstufen lassen sich in Deutschland finden, etwa in Form der SCHUFA. Indirekt kann das chinesische System zudem Einfluss auch auf deutsche Bürger nehmen.

Warum bin ich rein? Privates Interesse, klang spannend.

Was nehme ich mit? Ein Gefühl latenter Naivität und Paranoia. Aluhut-Bauplan. Inspiration.

Session 2: Medienethik

Worum ging’s? Der Stand der Medienwissenschaft in ethischer Hinsicht wurde diskutiert und Beispiele aus Facebook und YouTube vorgestellt, die Fragen nach der Verantwortung von Nutzern und Redakteuren, aber auch nach Fluch und Segen von Pseudoanonymität aufwerfen. Hinterfragung der eigenen Perspektive durch Variation von Elementen in Verschwörungstheorien und Netzdiskussionen.

Warum bin ich rein? Die Vorstellung während der Erstellung des Sessionplans klang sympathisch. Hab mir Tipps fürs Social-Media-Redaktions-Ich erhofft.

Was nehme ich mit? Ich vermisse die Uni. Es ist legitim, (gerade) als Social-Media-Redakteur sozialen Netzwerken skeptisch gegenüber zu stehen. Bestätigung, dass Netzanonymität Spaß macht, aber auch ungeeignet für den Homo sapiens sapiens ist.

Medienethik Netzpolitik

Unifeelings mit Grimme-Institut und Staatskanzlei NRW

Session 3: #EdChatDE und Co.

Worum ging’s? Auf Twitter existieren verschiedene, mehr oder minder regelmäßig stattfindende Themenchats/-diskussionen. Die Veranstalter von #EdChatDE, #BibChatDE und #SozialChat haben Konzepte, Funktionsweisen und Geschichte vorgestellt.

Warum bin ich rein? Um herauszufinden, ob sich das Konzept auch auf Brotjob-Themen*** anwenden lässt.

Was nehme ich mit? Mit etwas Planung und Starthilfe von genug interessierten Leuten lässt sich das Konzept im Grunde auf jeden Bereich anwenden. Wie wär’s mit einem #PhanChat?

Twitterchats Netzpolitik

Vorstellung einiger Twitterchats

Sessions Nr. 4: WhatsApp für Unternehmen

Worum ging’s? Das Bistum Essen hat seine Marketingarbeit auf WhatsApp vorgestellt und erklärt, was es dabei zu beachten, welche Fallstricke es zu umgehen gilt.

Warum  bin ich rein? Um mir bestätigen zu lassen, dass sich WhatsApp als Marketinginstrument nicht wirklich eignet.

Was nehme ich mit? Hoffentlich muss ich WhatsApp nie geschäftlich nutzen.

Bistum Essen Netzpolitik

Session mit streikendem Beamer

Was nehme ich insgesamt mit?

Muss mich für mehr Barcamps anmelden.


*Nachdem ich jedem davon erzählt hatte, wäre es zu untrue gewesen, nicht zu gehen.
**Konnte man während der Veranstaltung auch auf Twitter verifizieren.
***An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich die Bezeichnung „Brotjob“ keineswegs ablehnend meine. Er bezahlt nur ganz wörtlich genommen wahrscheinlicher mein Brot als jedes Buch oder jeder Blogeintrag, den ich bisher geschrieben habe.

Allgemein Eventansichten Outside Tellerrand

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