#Autorenalltag und weitere Twipps für Schriftsteller

Sie nutzen Twitter als Schriftsteller? Sehr schön. Dann habe ich 7 großartige Tipps für Sie, die Ihre Followeranzahl und Ihren Umsatz ums 10-fache steigern werden!

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Tipp 8: Verwenden Sie Fotos
(P. S.: Der Mann trinkt keinen Tee, sondern Kaffee. Tiefschwarz wie seine Seele. Quelle: Pixabay)

1. Werben Sie für Ihre Bücher, so oft es geht

Der letzte Tweet, in dem Sie für Ihre Neuerscheinung / Ihre Leserunde / den Amazondirektlink geworben haben, ist schon 2 Stunden her? Na, dann wird’s jetzt aber Zeit, schnell den Nächsten abzusetzen! Könnte ja sonst sein, dass Ihr Beitrag bei einem Ihrer Follower zwischen Foodporn und Polittweets untergegangen ist.

2. Verwenden Sie den Hashtag #Autorenalltag

Sie haben beim Toilettengang ein Plot-Bunny vorbeihüpfen sehen? Sie sind eine Liste mit Babynamen durchgegangen? Sie haben beim Spaziergang mit sich selbst geredet? Sehr schön – teilen Sie es unbedingt Ihren Followern mit. Vergessen Sie aber nicht, den Hashtag #Autorenalltag zu verwenden (alternativ oder ergänzend: #writerslife, #Autorenleben, #amwriting), um zu verdeutlichen, wie besonders das ist! Schließlich ist der Alltag eines Autoren zwischen Laptopanstieren, kreativem Sinnieren und  Behördengängen viel spannender als der anderer Berufsgruppen.

3. Tweeten Sie über Ihren Alkoholkonsum

F. Scott Fitzgerald, E. T. A Hoffmann, Charles Baudelaire oder Gottfried Keller – sie alle sind nicht nur als begabte Autoren, sondern auch als ausgiebige Schnapsdrosseln in die Geschichte eingegangen. Zeigen Sie Ihre geistige Nähe zu diesen Größen, indem Sie immer mal wieder einfließen lassen, dass Sie gerade zu viel Wein intus haben. Alternativ tun’s auch Whiskey oder der klassische Absinth, den Sie aber besser als „Grüne Fee“ bezeichnen sollten – vor allem, wenn Sie Steampunkautor sind. Übrigens: Finger weg von Opium. Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert! (Edit auf Anfrage: Gin ist auch akzeptabel.)

4. Betonen Sie Ihre Andersartigkeit

Erwähnen Sie doch noch einmal die Sache mit den Selbstgesprächen. Oder wie Ihre Buchfigur plötzlich hinter Ihnen aufgetaucht ist, während Sie überlegt haben, ob Sie sie töten sollen. Vergessen Sie auch nicht die Sache mit dem Googeln von Bombenbau und dem fröhlichen Hinweis an die NSA. Solche Momente zeigen, dass Sie wahrlich als Schriftsteller geboren wurden.

5. Seien Sie fröhlich!

Der Schriftsteller von früher war ein melancholischer und für seine Mitbürger oft schwer aushaltbarer Zeitgenosse. Manchmal lag er tagelang nur im Bett, um über dem Weltschmerz zu brüten, und wenn er sich doch mal vor die Tür wagte, fing er sich gleich Tuberkulose ein. Der Autor von heute aber ist ein Multitalent, ein Schreiber und Ein-Mann-Unternehmen, ein Entertainer und Vermarkter. Und wie jedes Unternehmen möchte auch er ein gutes Gefühl vermitteln. Zeigen Sie sich daher immer von Ihrer fröhlichsten Seite. Wir leben im Social-Media-Zeitalter – wie Sie sich tatsächlich fühlen, ist Ihren Lesern da völlig egal. Jammern dürfen Sie aber ab und zu. Beispielsweise über die VG Wort oder Urheberrechtsdebatten. Hier geht es schließlich nicht um Emotion, sondern um Kapital.

6. Folgen Sie nur Leuten, die auch Ihnen folgen

Sie beginnen jemandem zu folgen und merken, dass er es Ihnen nicht gleichtut oder, schlimmer noch, Ihnen nach einigen Tagen wieder entfolgt, weil er womöglich genervt ist vom allgegenwärtigen Selbstmarketing? Entfolgen Sie ihm, denn er ist es nicht wert. Schließlich sind Sie nicht hier, um sich zu informieren, sondern um für sich zu werben.

7. Erwähnen Sie jedes Fan-Feedback

Natürlich erhalten Sie täglich zehn Nachrichten von Fans, die Ihnen schreiben, wie toll sie Ihre Figuren finden. Und natürlich freuen Sie sich anschließend bei Twitter über diese Nachrichten. Denn das zeigt, dass Sie nicht nur so tun, als hätten Sie Leser, sondern dass es sie tatsächlich gibt. Sollte es sie nicht tatsächlich geben, können Sie ja immer noch ein paar Nachrichten erfinden. It’s just social media. Hier interessiert sich niemand für die Wahrheit.

Beherzigen Sie diese Tipps – dann haben Sie den Nobelpreis für Literatur praktisch schon in der Tasche!


P. S.: Ich bin nicht erfahren genug mit solchen Posts, um nicht zu betonen, dass ich niemanden angreifen möchte. Macht’s, wie ihr es für richtig haltet.
P. S. 2: Wein ist was Tolles. Zumindest trockener Weißwein. Bleibt mir fort mit Absinth.
P. S. 3: Mir haben heute sieben Fans geschrieben, wie toll „Spielende Götter“ ist, was übrigens bald als Print-Roman erscheint. Ja, vielleicht waren es nur fünf, äh 5. Oder 3. Oder gar keiner.
P. S. 4: #Autorenalltag
P. S. 5: Ich bin glücklich.  🙂

Text unter CC BY-ND 3.0 DE (mit Verweis auf Originaltext)

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2 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Haha, ja. Ich würde mal sagen, voll ins Schwarze getroffen. Gerade #writerslife ist manchmal etwas, das ich nicht nachvollziehen kann (zumindest in der Masse, dass einige es bei fast jedem Tweet benutzen), auch wenn ich es alle Jubeljahre selbst benutze. 0:-)

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    • Na jaa, ab und zu ist da ja auch gar nichts gegen zu sagen 😉 Ich find’s nur zuweilen überzogen, was alles unter diesem Hashtag in die Welt posaunt wird. Ich meine, Schriftsteller kaufen auch nicht anders ein als Schornsteinfeger und Mechantroniker …

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