Juniansichten 2015

Eeey Leute, es ist voll warm. Ich hoffe, wenn ihr das (heute/morgen/an einem heißen Tag) lest, baumeln eure Beine angemessen im Planschbecken.

Es ist wieder an der Zeit für den Monatsszenerückblick oder so etwas in der Art. Irgendwie habe ich dieses Mal allerdings vergessen, aktiv Artikel & Co. zu sammeln, also wird es vielleicht etwas kürzer als sonst. Oder noch etwas beliebiger.

Well. Nachdem ich im letzten Monatsrückblick auf die Nominierungsrunde für den Deutschen Phantastik Preis aufmerksam gemacht habe, kann ich nun verkünden, dass die Finalisten feststehen. Es ist seit einigen Jahren Tradition, dass gleich nach Veröffentlichung der Finalliste das allgemeine Bashing anfängt. Bla, den Preis kann doch keiner ernst nehmen, da gewinnt eh nur, wer die meisten Freunde mobilisiert und die Namen auf der Liste kennt doch niemand, … Ihr wisst schon. Einerseits kann ich diese Kritik nachvollziehen. Aber andererseits – was erwartet ihr denn? Der DPP ist ein Publikumspreis. Ich finde es nicht besonders sympathisch, wenn Leute für sich doppelt und dreifach voten, in FB-Gruppen bei Wildfremden um Stimmen buhlen oder was weiß ich. Und bei einigen Nominierungen reagiere ich auch etwas … irritiert. Aber das sind Phänomene, mit denen man bei einem Publikumspreis nun mal leben muss und die beispielsweise auch dem Bram Stoker Award oder diversen Musikauszeichnungen immer wieder Kritik einbringen. Aber was heißt das? Dass wir nur noch Jurypreise zulassen, bei denen wir uns wiederum einreden können, die Jury sei bestochen worden/mit dem Sieger verwandt, verschwägert, auf derselben Con gewesen? Viele wünschen sich offenbar die Vorschlagslisten zurück, die es früher beim DPP gab. Nun ja, soweit ich mich erinnere, wurden die ebenfalls kritisiert, da sie wenig Fluktuation auf den vorderen Plätzen zugelassen und dazu verführt haben, irgendetwas anzuklicken, nur weil einem der Name entfernt was gesagt hat. Keine besonders attraktive Alternative. Davon abgesehen, seht es doch mal so: Der „neue“ DPP macht sichtbar. Er macht Kleinverlage sichtbar, er macht Selfpublisher und bislang vernachlässigte Sekundärwerke sichtbar … und vielleicht macht er auch die Selbstdarsteller und Stimmensammler sichtbar. Vielleicht aber auch nicht. Sage ich mal so als Ex-Nominierte. :p

Soviel dazu. Und jetzt haben wir uns wieder lieb. Beinahe so wie die legendären Freunde aus Fantasy- und Science Fiction-Medien. Denen wurde auf Fantasyfaction im letzten Monat ein toller Artikel von Nicole Singer gewidmet. Was mich zur Frage veranlasst – habt ihr eine phantastische Lieblingsfreundschaft? Ich weiß nicht, für welche ich mich entscheiden soll. Cormac und Fergus, die mit dafür verantwortlich sind, dass ich „Der Sohn der Sidhe“ unzählige Male gelesen habe? Sturm und Tanis aus „Drachenlanze“, die ohne ihre Freundschaft zueinander sehr blasse Figuren gewesen wären? Dee und James, die dafür gesorgt haben, dass „Lamento“ und „Ballade“ doch mehr sein konnten als verwirrend geschriebene Jugendfantasyromane? Kimber und Dana, deren Freundschaft in „Faeriewalker“ weitaus glaubwürdiger war als Danas Beziehungskisten? Andrej und Abu Dun, deren zwischenmenschliche Chemie dafür gesorgt hat, dass ich „Die Chronik der Unsterblichen“ trotz einiger miserabler Teile elf Bände lang gelesen habe? Merle und Junipa, die der „Die Fließende Königin“-Trilogie eines der schönsten Enden der Jugendfantasy beschert haben? Inigo und Fezzik, die „Die Brautprinzessin“ noch besser gemacht haben, als das Buch selbst ohne sie gewesen wäre? Mandred, Nuramon und Farodin, dank denen ich einige Nächte lang zu wenig geschlafen habe? Ich könnte noch eine Zeitlang weitermachen 😉

Beispielsweise mit der Clique rund um Benny, Chong, Lilah und Nix aus „Rot & Ruin/Lost Land. Deren Schöpfer Jonathan Maberry konnte ich im letzten Monat für den Geisterspiegel interviewen. Es ging u.a. um „Rot & Ruin“ und Zombies, Schreibrituale und Kampfkunst. Übrigens: Bei meinem Versuch, das Interview zu übersetzen, ist mir mal wieder bewusst geworden, warum sich nicht jeder Autor mit passablen Englisch-Kenntnissen auch als Übersetzer bezeichnen sollte. Praktischerweise ist aber meine Schwester professionelle und hilfsbereite Übersetzerin 😉 Also hat sie dieses Mal eigentlich die Bärenarbeit am Interview geleistet (wie übrigens auch bei meinen anderen Interviews mit englischsprachigen Autoren wie Kenneth C. Flint oder Trudi Canavan).

Wo wir gerade bei mir sind, irgendwie jedenfalls: Auch hier noch einmal der Hinweis, dass Anfang Juni die Anthologie „Verschlusssache“ im Verlag ohneohren erschienen ist. Näheres dazu hier.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf einen hörenswerten Podcast von Laura Dümpelfeld zum Thema Endzeit-LARP. Ihr findet ihn hier.

So weit, so doch nicht ganz so kurz zum Juni. Nicht vergessen: Der Juli bringt schon am nächsten Wochenende die FeenCon mit sich. Samstags werde ich mir mit meiner  Kollegin Fabienne Siegmund am Stand sein, um „Vor meiner Ewigkeit“ und E-Books vom ohneohren-Verlag zu verkaufen. So kommet in Scharen. Denn was kann es Schöneres geben, als bei 38°C ins Bürgerhaus von Bonn-Bad Godesberg zu gehen. I don’t know whether we have Cookies but at least we have books.

Monatsansichten Phantastik Schriftstellerei

4 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. „habt ihr eine phantastische Lieblingsfreundschaft?“

    Wenn ich mein Regal so durchsehe, fallen mir in der klassischen Fantasy neben den üblichen Verdächtigen Sam und Frodo als erste Pug und Thomas aus der Midkemia-Saga ein. Daneben noch Drizzt und Bruenor, Elric und Mondmatt, Frauen fallen mir jetzt auf die Schnelle leider keine ein.

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    • Ah, natürlich, Drizzt und Bru dürfen nicht vergessen werden. Midkemia und die Elric-Romane habe ich nie gelesen. Aber zumindest zweiteres nehme ich mir schon seit gefühlten Ewigkeiten vor, zu ändern …

      Außerhalb der Jugendfantasy fallen mir auch sehr wenig prägnante Frauenfreundschaften ein. Rendel und Lyra aus „Erdzauber“ vielleicht. Aber da besteht noch einiges an Nachholfbedarf.

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  2. Ich finde es auch immer wieder witzig, wie sich die Leute über den DPP aufregen. Dass u. a. immer dieselben Autoren in der Liste zu finden sind, hängt nun mal damit zusammen, dass immer dieselben Autoren gelesen werden. Und klarerweise finden sich unter den gelisteten Seiten immer diejenigen mit den meisten Besuchern. Ich denke, es ist genau so wie du es beschrieben hast: es geht um nichts anderes als um Sichtbarkeit. – Was allerdings wirklich nervt, sind die aufdringlichen Versuche, Stimmen zu sammeln, egal ob Kleinverlag oder Autor.

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