Des Awards zweiter Teil

Ihr erinnert euch noch, dass ich von Elli Minz den Liebster Blog-Award bekommen hatte? Ich habe ihn nun noch einmal von Tina Alba bekommen, die ihn wiederum eigentlich von mir hätte bekommen sollen, wenn nicht auf dem Kommunikationsweg was verschüttet gegangen wäre o.O Weil ich aber gerade Lust dazu habe und mich selbst immer freue, wenn jemand meine Fragen beantwortet, nehme ich mir die Freiheit heraus, auch die von ihr gestellten Fragen noch zu beantworten. Meine elf Fragen findet ihr weiterhin im alten Beitrag. Denen hat sich übrigens schon Bianca Helbing gestellt 🙂

1. Was hat dich dazu gebracht, zu schreiben?
Meine ältere Schwester und ich haben uns immer Geschichten ausgedacht, die wir mit Schleichfiguren nachgespielt haben. Sie hat dann irgendwann angefangen, sie aufzuschreiben und ich habe es ihr ganz kleine-Schwester-like nachgemacht :p Allerdings erinnere ich mich dunkel, dass wir beide auch vorher schon immer mal kleine Geschichten geschrieben haben, die wir dann Verwandten zum Geburtstag geschenkt haben. 😉

2. Welche/r Autor/in ist Dein großes Vorbild und warum?
Joey Goebel, weil er die Gabe besitzt, in seinen Romanen ein Lebensgefühl auszudrücken, das mir sehr vertraut ist, von dem ich es aber nicht so recht schaffe, es auch in meinen eigenen Geschichten wiederzugeben. Ich hoffe, dass mir das eines Tages noch gelingen wird.

3. In welchem Genre schreibst du?
Hauptsächlich Fantasy, mit Ausflügen Richtung Science Fiction und Mystery. Seltener auch … wie sagt man, Gegenwartsliteratur? Aber da fällt es mir schwerer, zum Punkt zu kommen.

4. Was gefällt dir daran besonders?
Bezogen auf die Fantasy: Ihre Fähigkeit, den Menschen und die Gesellschaften, in denen wir leben, auf einer Metaebene zu betrachten. Sie ist nicht an die Gesetze des Hier und Jetzt gebunden, was ihr die Freiheit gibt, Entitäten aus neuen Blickwinkeln zu betrachten, denen wir uns im RL gerne verschließen.

5. In welchem Buch hättest du gern eine Rolle gespielt?
Diese Frage hat mich eben eine ganze Busfahrt über beschäftigt. ;D Ich kann nicht genau sagen, in welchem Buch ich gerne eine konkrete Rolle gespielt hätte. Aber ich stelle es mir ziemlich spannend vor, in Jenna Blacks Avalon aus der „Faeriewalker“-Reihe zu leben. In ihrer Interpretation ist Avalon die einzige Stadt, in der sich die Menschen- und Feenwelt überlappt, weshalb nur hier beide Spezies leben können. Das hat zur Folge, dass Avalon die demokratisch-konsumkapitalistischen Vorzüge einer westlichen Menschenstadt des 21. Jahrhunderts mit dem romantisch-magischen Touch der Feenwelt verbindet. Also kommt schon – das klingt durchaus verlockend!

6. Dein Patentrezept gegen Schreibbockaden?
Inspiration suchen und die Hände vom Laptop lassen. In „leichten“ Fällen reicht es mir manchmal, die richtige Musik zu hören, Spazieren zu gehen oder Trailer oder Artbooks anzusehen. In „schweren“ Fällen lasse ich den Laptop aus, mache mir viiiel Tee, nehme mir ein Notizbuch und schreibe erstmal da hinein. Das hilft mir auch bei schwierigen Szenen. Mit Papier vor mir fließen die Gedanken leichter als vor dem Bildschirm, der dann eher fürs Finetuning verantwortlich ist. Am allerleichtesten fällt mir das Schreiben auf Zugfahrten, aber es ist leider nicht immer direkt ein Zug zur Hand 😉

7. Welche drei Bücher würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
„Der Sohn der Sidhe“ von Kenneth C. Flint, weil es ohne einfach nicht geht. Dann irgendein Lexikon, weil es da auf lange Zeit Neues zu entdecken gibt. Die Nr. 3 ist schwierig … entweder eines von den Büchern, die ich immer wieder lese (z.B. irgendein „Harry Potter“- oder „Faeriewalker“-Band, „nackt“ von Diablo Cody, die Berichtsammlung „Kinder von Hiroshima“ oder Joey Goebels „Ich gegen Osborne“) oder eines, das ich schon lange mal lesen will, aber immer wieder hinter anderen anstehen muss (z.B. „Gilgamesch“ von Thomas R. Mielke oder „Die Kinder von Torremolinos“ von James A. Michener).

8. Wenn du nicht in deinem aktuellen Beruf arbeiten würdest – was würdest du gern machen?
Ich habe mal ein Interview mit Joaquin Phoenix gelesen, in dem er meinte, er wäre gerne Berufsträumer. Klingt das nicht nach einem super Job?! 😉 Nein, Scherz beiseite. Ich fange demnächst an, als Redakteurin zu arbeiten und finde das eigentlich schon ziemlich passend (mal sehen, ob ich das in sechs Monaten auch noch so sehe ;)). Wenn ich mir aber einen Job aussuchen dürfte, für den ich nicht geeignet sein muss, wäre es so etwas wie Astro- oder Geophysiker. Ich finde beides sehr spannend, habe aber leider bisher eine sehr geringe physikalische Begabung gezeigt.

9. Mit welcher Filmfigur/Buchfigur würdest du gern einen Tag verbringen?
Och, nur eine?! Wenn ich mich wirklich entscheiden muss, wäre es wohl Fergus MacRogh aus „Der Sohn der Sidhe“ und „Isle of Destiny“. Er müsste mir mal ein paar Fragen beantworten, die mir keine Ruhe lassen.

10. Wenn du die Hauptfigur deines aktuellen Schreibprojekts persönlich treffen würdest, was würde sie dir sagen?
Ceri ist eine sehr schüchterne Verschwörungstheoretikerin. Heißt, sie würde wahrscheinlich gar nicht viel sagen, sondern mich nur mit höchstem Misstrauen begutachten und mir maximal ein paar Fragen stellen, in denen mehr Fallstricke lägen, als ich sehen könnte.
Ihre Schüchternheit ist übrigens ein echtes Problem, das ich mit ihr noch lösen muss …

11. Dein Ratschlag an alle Schreiberlinge?
Einen ultimativen Ratschlag habe ich nicht, nur viele kleine, die man gerne auch etwas relativ betrachten kann. Einer, der mir spontan einfällt, ist z.B. der: Stresst euch nicht, indem ihr euch mit anderen vergleicht. Sowas ist selten eine gute Idee, auch nicht beim Schreiben. Ich habe z.B. vor einiger Zeit mal ein Interview mit Kai Meyer gelesen (wirkt, als würde ich viele Interviews lesen …), in dem er sinngemäß meinte, es sei unprofessionell, eine einmal angefangene Geschichte abzubrechen. Zu dem Zeitpunkt habe ich gerade an einem Manuskript herumgewerkelt, das einfach nicht mehr passen wollte. Ich habe mich dann noch eine Weile damit herumgequält – schließlich wollte ich doch professionell wirken -, aber irgendwann habe ich doch abgebrochen. Und es war eine gute Entscheidung, denn stattdessen habe ich mit einem anderen Manuskript angefangen, das nun auch fertig ist, eine Verlagsheimat gefunden hat und Ende des Jahres veröffentlicht wird.
Wenn man Deadlines im Rücken hat oder darauf angewiesen ist, vom Schreiben leben zu müssen, sieht das Ganze natürlich anders aus. Solange das nicht der Fall ist, sollte man seine Freiheiten aber auch nutzen. Bei jeder schwierigen Szene direkt aufzugeben, wird aus niemandem einen guten Autor machen. Sich endlos mit einem Manuskript zu quälen, mit dem man sich nicht mehr identifizieren kann, ist aber auch keine Lösung. Manchmal braucht es einen Neuanfang. Und wer weiß – vielleicht findet sich später ja noch einmal die Muse, das Unterbrochene neu aufzuarbeiten.

Schriftstellerei

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